Da der Begriff Osteopathie gegenüber dem Begriff Physiotherapie noch nicht so bekannt ist, möchte ich hier ein paar erläuternde Worte über Osteopathie schreiben:
Unter Osteopathie versteht man eine ganzheitlich orientierte Behandlungsweise, bei der ausschließlich die Hände zur Befundung und Behandlung von Funktionsstörungen am Bewegungsapparat, den inneren Organen sowie dem Nervensystem zum Einsatz gebracht werden.
Für unser Auge meist nicht sichtbar herrscht in allen Teilen unseres Körpers ein ständiger Fluß an chemischen Wechselwirkungen und mechanischen Spannungen.
Zahllose lebende Systeme und deren komplexe Verknüpfungen bestimmen jeden Moment unseres Lebens.
Wir nehmen nur einen Bruchteil dessen wahr, was an ständigen Bewegungen und Veränderungen in uns vor sich geht.
Wie jedes komplexe lebende System versucht auch der menschliche Organismus all diese Bewegungen und Veränderungen
in einem Gleichgewicht zu halten. Dieses individuelle Gleichgewicht heißt Gesundheit.
Es liegt in der Natur des Lebens, daß dieses Gleichgewicht einmal mehr und einmal weniger erreicht werden kann, da wir
vielen inneren und äußeren Einflüssen ausgesetzt sind. Selbstregulierungskräfte bewirken jedoch eine Stabilisierung in
der Nähe des Gleichgewichts. Bei Verlust dieser Stabilität durch physische (Unfall, Haltung, Umwelt, etc.), psychische
Arbeit, Familie, etc.) und hygienische (Erkältungen, Alkohol, Rauchen, etc.) Einflüsse können individuelle Störungen
entstehen.
Mit seinen Händen versucht der/die Therapeut(in) über die Gewebemobilität des Patienten die Ursachen der Störungen zu
finden. Danach unterstützt er mit weichen und überwiegend mehr begleitenden als manipulierenden Techniken an den
verschiedenen Geweben die Mobilität der dortigen Strukturen.
Ziel der Behandlung ist es, die Selbstregulierungskräfte des Patienten in den betroffenen Geweben freizusetzen.
Nach osteopathischer Auffassung ist ein langfristig erfolgreiches Ergebnis nur zu erwarten, wenn der Organismus aus sich selbst heraus - über die Selbstheilungskräfte- die Ursachen der funktionellen Störung behebt.
Nach erfolgreicher
Integration in den Körper befindet sich der Organismus wieder innerhalb seines Gleichgewichts, d.h. die sich bewegenden
Systeme sind im Fließgleichgewicht und die zuvor gestörten Systeme funktionieren ihren Aufgaben entsprechend. Fazit:
Der/die Therapeut(in) heilt nicht. Er/Sie hilft bei der Selbstheilung!